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Die online-Ausgabe
der CSN

enthält lediglich eine Auswahl der gedruckten Ausgabe. Diese erscheint jeden Donnerstag und ist an der Costa del Sol oder per Post als Abonnement erhältlich.


 

 



 
Vélez-Málaga
Ausflugstipp

COSTA DEL SOL

Lehrer wegen Missbrauch angeklagt

Ein 32-jähriger Mann mit Wohnsitz in Torrox wegen Vergewaltigung festgenommen


Der 32-jährige Englischlehrer aus Nerja wurde am vergangenen Montag zunächst dem Amtsgericht von Torrox zur Aussage vorgeführt.
Foto: Fran Extremera

Karin Federlein
Nerja

Ein Fall von mutmaßlichem Kindesmissbrauch füllt dieser Tage die Schlagzeilen der Lokalzeitungen in Nerja und Torrox. Angeklagt ist ein 32-jähriger Mann, der seit Jahren in Nerja als Lehrer tätig war. Zuletzt hat er im Colegio Nueva Nerja Englischunterricht gegeben. Seine Verhaftung wegen Verdachts auf Kindesmissbrauch erfolgte am vergangenen Samstag. Er soll ein elfjähriges Mädchen aus dem familiären Umkreis seiner Ehefrau sexuell missbraucht und vergewaltigt haben.
Der mutmaßliche Täter mit den Initialen A. P. stammt aus Nerja, ist in diesem Ort auch beruflich tätig gewesen, lebt aber seit rund zwei Jahren in der Urbanisation Santa Rosa in Torrox-Costa.
Erhoben wurde die Anklage von der Mutter des elfjährigen Kindes, das A.P. vergewaltigt haben soll. Nach Informationen der Spezialeinheit für Kindesmissbrauch der Guardia Civil in Málaga (Emume), gaben ärztliche Untersuchungen an dem betroffenen Mädchen deutliche Hinweise darauf, dass sich der 32-Jährige tatsächlich an dem Kind vergangen hatte.
Nach seiner Festnahme am vergangenen Samstag verbrachte der Täter, der selbst zwei kleine Kinder hat, zunächst zwei Nächte in Untersuchungshaft im Quartier der Guardia Civil von Torrox. Nach Aussagen der Guardia Civil Beamten soll A. P. bei seiner Festnahme ein hohes Maß an Aggressivität gegenüber den Beamten gezeigt haben, was diese auf den Umstand zurückführen, dass die Festnahme den 32-Jährigen emotional sehr stark erschüttert habe. Jedoch sei keiner der Guardia-Civil-Beamten bei der Festnahme verletzt worden. Allerdings fiel Passanten und Journalisten auf, dass A. P. am Folgetag, als er zur Aussage vor das Amtsgericht von Torrox gebracht wurde, an beiden Handgelenken Verbände hatte. Nach Auskunft der Guardia Civil hatte der Festgenommene versucht, sich die Venen aufzuschneiden.
Nach seiner Anhörung am vergangenen Montag, über die keinen weiteren Details bekannt wurden, brachte die Guardia Civil den Lehrer ins Gefängnis von Alhaurin de la Torre. Dort sieht der 32-Jährige jetzt vorerst der Verhandlung entgegen. Die Möglichkeit, durch Zahlen einer Kaution vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt zu werden, wurde ihm nicht eingeräumt.
An der Schule Colegio Nueva Nerja, an der A.P. tätig gewesen ist, herrschte in den vergangenen Tagen große Betroffenheit. Während keiner seiner Kollegen sich gegenüber der örtlichen Presse über den Fall äußern wollte, drückten einige Eltern ihre Verwirrung darüber aus, dass ein mutmaßlicher Päderast ihre Kinder unterrichtet habe. Weitere Missbrauchsfälle sind jedoch nicht bekannt.
Auf den Fall angesprochen, erklärte die Gleichstellungsbeauftragte der andalusischen Landesregierung, Micaela Navarro, dass „niemand vorschnell verurteilt“ werden und man mit einer Bewertung des Falles warten solle, bis alle Fakten eingehend untersucht worden seien.


Wächter für Städtebau tritt ab

Diego Martín Reyes beklagt Kompetenzmangel und wird wieder Anwalt


Diego Martín Reyes. Foto: CSN

Alexander Wack
Marbella

Diego Martín Reyes ist am vergangenen Montag von seinem Amt als Koordinator für Städtebau an der westlichen Costa del Sol zurückgetreten. Als Grund dafür nannte er den Mangel an Kompetenzen sowie den Wunsch, wieder in seine Anwaltskanzlei zurückzukehren.
Der parteilose Rechtsanwalt Reyes war erst im September 2007 von der andalusischen Landesregierung (PSOE) in das neu geschaffene Amt eingesetzt worden. Zuvor hatte er sich einen Namen als Präsident der Verwaltungskommission in Marbella machen können. Mit ruhiger Hand hatte er ein Jahr lang die von heftigen Korruptionsskandalen erschütterte Stadt auf Vordermann gebracht und eine erste Aufarbeitung der verfilzten Strukturen angeschoben.
Als vorläufiger Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Fidel Fernández-Nieto das Amt übernehmen. Er soll als Sonderbeauftragter für die Umsetzung des Raumordnungsplans an der Westküste (POT) sorgen sowie die Flächennutzungspläne von zehn Städten des Kommunalverbands westliche Costa del Sol als „Verbündeter“ der Bürgermeister regeln.
Marbellas Bürgermeisterin Ángeles Muñoz (PP) begrüßte den Rücktritt von Reyes, da er einen Posten „ohne Inhalt und Kompetenzen“ verlasse. Außerdem forderte sie die Landesregierung von Manuel Chaves (PSOE) auf, nun die Zuständigkeit der Stadtregierungen und deren Bauämter zu respektieren.
Andalusiens Bauminister Juan Espadas (PSOE) kündigte an, das Amt eines Koordinators für Städtebau an der restlichen Küste Andalusiens zu schaffen.


Kritik am Pakt mit der Justiz

Parteien und Vereinigungen sind gegen ausgehandelte Strafen für Baudelikte von Ex-GIL-Stadträten


Julían Muñoz dürfte der Pakt mit der Justiz freuen. Foto: CSN

Dietmar Förster
Marbella

Maximal drei Jahre Gefängnis und ein zehnjähriges Verbot zur Ausübung öffentlicher Ämter für illegale Baugeschäfte in den Jahren 1995 bis 2003: Nachdem Marbellas Ex-Bürgermeister Julián Muñoz und die früheren Stadträte Rafael González, María Luisa Alcalá, Dolores Zurdo, Manuel Calle und Mario Jiménez vergangene Woche die mit der Staatsanwaltschaft augehandelte Höchststrafe für insgesamt 70 Vergehen akzeptierten, schlagen in Marbella die Wellen der Entrüstung hoch.
„Mit dieser Vereinbarung kommen die Beschuldigten recht billig davon“, empörte sich Bürgermeisterin Ángeles Muñoz (PP). „Gemessen an den Ungeheuerlichkeiten, die diese Personen im Rathaus begangen haben, ist die Haltung der Staatsanwaltschaft nicht nachzuvollziehen. Auf politischer Ebene verlangen wir dazu so schnell wie möglich eine Erklärung von den Verantwortlichen .“
Nicht zurück mit seiner Meinung hielt sich auch Alejandro Dogan, Präsident der Anwohnervereinigungen von Marbella und San Pedro Alcántara, wenn auch ein wenig ironisch. „Das ist ein Geschäft, über das man sich Gedanken machen sollte. Wenn drei Jahre Gefängnis bedeuten, dass ich und meine Familie finanziell ausgesorgt haben, dann ist das eine lohnende Sache. Man wird den Verdacht nicht los, dass diese Personen den späteren Aufenthalt hinter Gittern bei ihren Vergehen fest einkalkuliert haben.“
Obwohl gegen Julián Muñoz, der am Wochenende seinen zweiten Freigang genießen durfte, noch 40 weitere Verfahren wegen Veruntreuung, Betrug und Geldwäsche anhängig sind, könnte er schon in anderthalb Jahren wieder die Freiheit genießen, falls bis dahin kein weiteres rechtskräftiges Urteil gegen ihn vorliegt. Der Grund: Bereits verbüßte Haftzeit wegen diverser Baudelikte wird auf die dreijährige Maximalstrafe angerechnet.
Die Stadträte, die sich über ihre Anwälte mit der Staatsanwaltschaft einig geworden sind, werden voraussichtlich im September dieses Jahres ihre Haftstrafen antreten. Wegen weit zurückliegender Baudelikte hoffen noch weitere ehemalige Ratsmitglieder wie Tomás Reñones, Carmen Revilla, Francisco Javier Lendínez, Rafael Calleja und Marisol Yagüe auf eine Einigung mit der Justiz. Während die Staatsanwaltschaft bis zu neun Monate Gefängnis fordert, plädieren die Anwälte für Geldstrafen.
Der Druck nimmt jedoch zu. IU-Parteichef Gaspar Llamazares meldete sich zu Wort und forderte baldige Erklärungen im spanischen Parlament. Zudem beruft sich die PSOE Marbella auf ihre Einspruchsrechte als Nebenklägerin.


Umweltschutz, der Spaß macht

Der „junge“ Verein Jara aus Coín setzt sich für Natur und Traditionen in der Gemeinde ein


Vor rund 15 Jahren startete Jara die erste Pflanzung von Eichen und Johannisbrotbäumen in der Ebene von Matagallar. Foto: Jara

Carina Wurzinger
Coín

Ausflüge in Naturschutzgebiete, Bäume pflanzen, Nistkästen anbringen oder Pilze sammeln – der Umweltverein Jara aus Coín lebt von seinen zahlreichen Aktivitäten. Mit Malwettbewerben werden die Kinder aus der Gemeinde und der umliegenden Regionen für Themen wie Wasserknappheit und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Reserven sensibilisiert.
Der derzeit 30 Mitglieder zählende Verein startete 1990 als Jugendverband, mit dem vorrangigen Ziel, der jungen Dorfbevölkerung Aktivitäten im Freien zu bieten, die ihr die Wichtigkeit des Umweltschutzes bewusst machen sollte. Inzwischen setzt sich Jara nicht nur für Naturschutz ein, sondern auch für die Erhaltung der traditionellen Handwerke in der Gemeinde, die mit der Umwelt in Verbindung stehen.

Vorstellung bei der Expo

Bereits 1991 startete Jara eine Weihnachtsaktion, die sich mittlerweile etabliert hat. Weihnachtskarten mit der Botschaft „Statt diese Weihnachten einen Baum zu fällen, pflanze lieber einen“ werden verteilt, inklusive eines Päckchens Pflanzensamen oder eines Stecklings einheimischer Baumarten. Seit 1994 wird zusätzlich ein Malwettbewerb für das Deckblatt der Karten veranstaltet, an dem alle örtlichen Schulen teilnehmen. So können Kinder von klein auf für das Thema sensibilisiert werden. Die Siegerzeichnungen, die oft erstaunliche Lösungen hervorbringen, zieren alljährlich die Karten.
Im Rahmen von Info-Veranstaltungen und Ausstellungen lernt die Bevölkerung, welche Tiere und Pflanzen im einzelnen betroffen sind, wenn unachtsam Müll in den Wäldern weggeworfen wird. Im Rahmen von Workshops wird gekocht und gebacken, um traditionelle Rezepte an die neue Generation weiterzugeben.
Wie die Löwen kämpften die Mitglieder des Vereins vor zwei Jahren gegen den Bau eines Stauwehrs, der Wasser vom Río Grande in die Hauptstadt ableiten sollte. Ihr Engagement und ihr Organisationstalent, mit dem sie zahlreiche Bürger mobilisiert und die Mitwirkung verschiedener Gruppen koordiniert hatten, trugen Früchte: Das Projekt wurde vereitelt.
Doch damit nicht genug getan. Der kleine Verein hat sich einen Namen als zweites Greenpeace in ganz Spanien gemacht, bei dem das Wasserproblem an der Tagesordnung steht. Bei der großen „Versammlung ums Wasser“ – der Expo Zaragoza – wird die Gruppe ihre Strategien im Kampf ums blaue Gold präsentieren. „Es muss viel Arbeit zur Bewusstseinsbildung geleistet werden, wenn wir wollen, dass auch die künftigen Generationen in einer intakten Umwelt leben“, erklärt Vereinspräsident Salvador Sánchez.
Nach einem Jahrzehnt der Bemühungen ist es gelungen, durch den Verkauf von T-Shirts, Verlosungen und Mitwirkung bei der Feria, ein eigenes Lokal für den Verein aufzutreiben. Dort trifft man sich etwa einmal im Monat. „Vor allem kommt man aber im Rahmen von Veranstaltungen zusammen. Schließlich geht es vorrangig darum, Spaß am Umweltschutz zu haben“, erklärt Sánchez.
Der Mitgliedsbeitrag hat symbolischen Charakter und beträgt je nach Möglichkeiten des einzelnen 20 bis 30 Euro. „Viel wichtiger ist das Zupacken bei den Bewässerungsaktionen oder das Mitwirken bei Studien zu bedrohten Lebensarten“, meint der Vereinspräsident. Die Mitgliedschaft steht jedem ab 18 Jahren offen, jüngere Interessenten können als Mitwirkende einen Beitrag leisten.


Welpen vor dem Tod gerettet

CSN-Mitarbeiterin findet vier neugeborene Hunde in einem Müllcontainer


Mónica León und Ilka Seemann (r.) füttern alle zwei Stunden die kleinen Hunde. Foto: bb

Marbella – csn. Ein quiekendes Geräusch drang aus dem Container, als CSN-Mitarbeiterin Ilka Seemann (Foto, r.) am vergangenen Freitag in Ojén ihren Müll entsorgen wollte. Unter dem Container war nichts zu finden, also sah die engagierte Tierschützerin nochmals genau dort nach, wo andere nur achtlos mit Müll gefüllte Tüten hineinwerfen. Aus einer Hühnerfuttertüte waren die klagenden Geräusche nun umso lauter zu hören. „Vier kleine Hundewelpen – zwei Rüden und zwei Weibchen – lagen dort drin, alle hatten noch die Nabelschnur“, erzählt Seemann.
Den Sack mit den Welpen packte sie gleich ins Auto. Seitdem schlafen die Kleinen nachts unter einer Infrarotlichtlampe in Seemanns Wohnung, tagsüber liegen sie wohlbehütet in einem Tragekorb in der CSN-Anzeigenabteilung. Alle zwei Stunden erhalten sie eine Portion Milch aus der Babyflasche, werden gestreichelt und liebkost, damit sie die fehlende Mutter besser verkraften. „In sechs bis acht Wochen brauchen sie allerdings ein gutes Zuhause“, sagt Seemann, die selber schon zwei Hunde, zwei Katzen und zwei Pferde hat. Wer deshalb bereit ist, für einen der Findlinge zu sorgen, kann sich bei der CSN unter v 952 865 175 melden.


Behördengänge jetzt vor Ort machbar

Neue Außenstelle des Rathauses von Vélez-Málaga im Bürgermeisteramt von Torre del Mar eröffnet


Das neue Büro ist mit insgesamt vier Schaltern ausgestattet. Foto: nic

Nicolas Hock
Vélez-Málaga

Die Bewohner von Torre del Mar müssen für ihre Behördengänge nicht mehr den weiten Weg bis ins Rathaus der Mutterstadt Vélez-Málaga auf sich nehmen. Am vergangenen Dienstag haben Vélez-Málagas Bürgermeister Francisco Delgado Bonilla (PP), der für den Küstenstadtteil Torre del Mar verantwortliche Stadtrat Antonio López Rosique und die für das Ressort Neue Technologien verantwortliche Stadträtin Concepción Labao im Bürgermeisteramt von Torre del Mar eine neue Außenstelle des Rathauses eingeweiht.
Die Außenstelle nennt sich Oficina de Atención al Ciudadano (Büro zur Versorgung des Bürgers) und ist mit vier Schaltern ausgestattet, an denen insgesamt 52 verschiedene Behördengänge erledigt werden können – vom Eintrag ins Einwohnermeldeamt über die Beantragung eines Grill-Fests am Strand bis hin zum Zahlen der städtischen Steuern. Bislang musste für jeden dieser verwaltungstechnischen Schritte ein schriftliches Gesuch im Rathaus eingereicht werden, dessen Bearbeitung eine Woche dauerte.
Die neue Außenstelle des Rathauses im Bürgermeisteramt von Torre del Mar befindet sich, wenn man den Seiteneingang benutzt, auf der linken Seite und ist werktags von 9 bis 14 Uhr geöffnet.
Bürgermeister Francisco Delgado Bonilla sagte, dass ähnliche Außenstellen des Rathauses in den Stadtteilen Almayate, Caleta de Vélez und Chilches eingerichtet werden sollen.
Seit dem 13. Mai und noch bis zum 13. Juni ist der neue Raum im Bürgermeisteramt länger als gewöhnlich, und zwar von 8.30 bis 19 Uhr, geöffnet. Innerhalb dieser Frist kann die kürzlich beschlossene Subvention auf die Grundsteuer IBI beantragt werden.



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