|
KULTUR
Ein Spiegel der menschlichen Seele
Jorge Rando zeigt im städtischen Museum von Málaga eine große Werkschau seines Schaffens

Die Ausstellung „La fuerza de la expresión“ umfasst mehr als 130
Gemälde, Skulpturen und Installationen. Foto: cm
|
Catherine Müller
Málaga
Das Blutvergießen in Afrika, der trostlose und harte Alltag von Obdachlosen, Prostitution und Mutterschaft – dies sind einige der Themen, mit denen sich der Künstler Jorge Rando in den vergangenen dreißig Jahren auseinander gesetzt hat. Am vergangenen Mittwoch ist im städtischen Museum von Málaga (Museo del Patrimonio Municipal, MUPAM) die Ausstellung „La fuerza de la expresión“ (Die Macht des Ausdrucks) eröffnet worden. Sie ist ein Rückblick auf die über 35-jährige Karriere Randos und umfasst 65 Ölbilder, 55 Aquarelle, drei Skulpturen und eine Installation.
„Ich möchte das Innere, das Wesentliche abbilden. Meine Bilder sollen dem Betrachter einen Zugang zu dem eigenen Innenleben eröffnen“, erklärte der Künstler, der 1941 in Málaga geboren wurde und heute mit seiner Frau Margit abwechselnd in Málaga und Hamburg lebt.
In verschiedene Bereiche unterteilt, erwarten den Besucher auf drei Stockwerken diverse thematische Serien des Künstlers. Die farbintensiven Gemälde reflektieren den Facettenreichtum der menschlichen Gefühlswelt. Er betrachte ein Bild zunächst von einem philosophischen Standpunkt aus, beschreibt Rando seine Vorgehensweise, und entscheide sich dann, je nachdem was er zum Ausdruck bringen wolle, welche Farben er verwende. Auf diese Weise erzielt er sehr unterschiedliche Stimmungen. Strahlen die Bilder der Serie Maternidad (Mutterschaft) Geborgenheit aus und dokumentieren die tiefe und doch zerbrechliche Beziehung zwischen Mutter und Kind, stellt Rando in der Serie África in starken, bisweilen grellen Farben die Schrecken des Krieges dar. Die Serie Prostitución illustriert die Einsamkeit, Resignation und Machtlosigkeit der Frauen, die zu Objekten degradiert werden.
Ein zentraler Aspekt von Randos Schaffen ist die ethische Verpflichtung. Er ist fasziniert von Licht und Schatten der menschlichen Persönlichkeit und oft sind seine Darstellungen eine Gratwanderung zwischen diesen Extremen.
Zu der Vernissage waren zahlreiche geladene Gäste erschiene, unter ihnen die Prinzessin Maria Louisa von Preußen. Enrique Castaños, der Kurator des Museo del Patrimonio Municipal hob die Bedeutung Randos als einen der begabtesten Vertreter des spanischen Expressionismus hervor. Rando sei es gelungen, die menschliche Persönlichkeit neu zu interpretieren. Sein Werk sei ein Aufschrei angesichts der Mittelmäßigkeit unserer Zeit.
Die Ausstellung „La fuerza de la expresión“ ist bis zum 29. Juni im städtischen Museum von Málaga (Museo del Patrimonio Municipal) zu sehen. Das Museum befindet sich im Paseo Reding 1. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr (Winter) und von 11 bis 21 Uhr (Sommer). |
Eine Leidenschaft für den Augenblick
Der spanische Maler Antonio Baselga stellt in der Galerie Sala Mare Nostrum aus

Das Bild „Ana al Sol“ ist eines der Ausstellungsstücke. Foto: cm
|
Catherine Müller
Rincón de la Victoria
Eine blonde Frau reckt ihr Gesicht der Sonne entgegen. Sie spürt die Wärme auf ihrer Haut wie eine Liebkosung, hat die Augen geschlossen und scheint sich ganz der Sinnlichkeit des Augenblicks hinzugeben. Für einen Moment gibt es nur sie, das Rauschen des Meeres und die Wärme der Sonnenstrahlen.
Der Betrachter des Gemäldes weiß, dass dieser genussvolle Augenblick flüchtig ist. Gleich wird sich die Frau bewegen, wird aufstehen, lachen, und der Moment der Hingabe ist vergangen. Doch der Maler José Antonio Baselga hält ihn fest, bannt ihn auf die Leinwand und lässt uns daran teilhaben. Dieses und weitere Gemälde des Künstlers, vor allem Landschaften und Portraits in Aquarell und Öl, zeigt die Galerie Sala Mare Nostrum in Rincón de la Victorias Stadtteil La Cala del Moral bis zum 25. Mai.
Antonio Baselga sei von der eigensinnigen Leidenschaft getrieben, allen Widrigkeiten zum Trotz die Schönheit zu erkennen und erkenntlich zu machen, beschreibt ihn der Autor Antonio Sánchez-Gomez. Diese Leidenschaft zeigt sich in jedem seiner Werke. Baselgas Landschaftsbilder sind inspiriert von dem beeindruckenden Blick seines Ateliers in Rincón de la Victoria auf die Bucht von Málaga. Seine Porträts, hauptsächlich von Freunden oder der Familie, stellen nicht nur die Person dar, sondern zeigen auch deren Bedeutung im Leben des Künstlers.
Baselga, der im Jahr 1943 in Madrid geboren wurde und heute in Rincón de la Victoria lebt, lässt sich nicht auf einen Stil festlegen. Er spielt mit Darstellungsformen und setzt von abstrakt bis realistisch alles ein, um sich selbst und die Schönheit immer wieder neu zu erfinden.
Die Ausstellung ist bis zum 25. Mai in der Sala Mare Nostrum im alten Bahnhof an der Strandpromenade in Rincón de la Victoria zu sehen. Dienstag bis Samstag von 10 bis 14 Uhr und von 16.30 bis 18.30 Uhr sowie sonntags von 11 bis 14 Uhr. |
Realismus versus Surrealismus
Das Centro Andaluz de la Fotografía stellt die Arbeiten von Inge Morath und Rosa Muñoz aus

Der Direktor des Centro Andaluz de la Fotografía, Pablo Julía, präsentiert die Bilderschau von Inge Morath mit Portraits zahlreicher Persönlichkeiten des 20. Jahrhundertes. Ihren Ehemann, den Schrifsteller Henry Miller.
|
José A. Nieto
Almería
Mit zwei höchst interessanten und zugleich grundverschiedenen Bilderschauen wartet dieser Tage das Centro Andaluz de la Fotografía (CAF) in Almería auf. Gezeigt werden, jeweils bis Mitte des Monats, Aufnahmen der beiden Fotografinnen Inge Morath und Rosa Muñoz.
Portraits von Inge Morath
„Für mich ist Inge Morath zweifellos eine der besten Portraitfotografen des vergangenen Jahrhunderts“, bemerkt Pablo Juliá, fasziniert von der österreichischen Fotografin. „Sie zeigt die portraitierten Personen ohne jegliche Arrangementes“, stellt der Direktor des CAF fest, „dadurch wirken ihre Aufnahmen scheinbar schlicht, sind zugleich aber von einer ungeheuren Direktheit und Tiefe.“
Die 1923 in Graz geborene Inge Morath studierte Journalismus in Berlin und übte diesen Beruf zunächst in Wien auch aus. Sie siedelte später jedoch nach Paris um, wo sie zur Fotografie kam und in der Folge für die prestigereiche Agentur Magnum aber auch für Zeitschriften wie Vogue oder Paris Match arbeitete. 1962 heiratete sie den Dramaturgen Henry Miller mit dem sie bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 in New York lebte.
Als Fotografin machte sich die einstige Schülerin von Henri Cartier-Bresson und Robert Capa vor allem mit Portraitaufnahmen einen Namen. Die aktuelle Schau in Almería zeigt eben diese Facette der Inge Morath. Zu sehen sind 90 Schwarz-Weiß-Fotografien von einigen der bedeutendsten Personen des 20. Jahrhunderts. Sie zeigen schillernde Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur, zumeist in einem sehr privaten Umfeld, nämlich an ihrem eigenen Arbeitsplatz.
Inszenierte Aufnahmen von Rosa Muñoz
Für eine völlig andere Art der Fotografie steht die zeitgenössische Künstlerin Rosa Muñoz. Die aus Madrid stammende Fotografin inszeniert ihre Motive wie Bühnenbilder für das Theater. Ihre Installation arrangiert sie bevorzugt in der freien Natur oder auch in Gebäuderuinen. Die Fotografie versteht Rosa Muñoz ganz und gar nicht als eine reine Abbildung der Realität. Vielmehr will sie mit ihrer Kamera eine magische, surreale Welt erschaffen.
Einen recht guten Eindruck davon vermittelt ihre derzeitige Ausstellung im CAF, bei der dreißig großformatige Aufnahmen zu bewundern sind. Etwas künstlich Erschaffenes, wie etwa in einem Wald stehende Möbel, lässt die Fotografin in ihren Bildern auf magische Weise wie etwas völlig Natürliches erscheinen. Neben den Kompositionen an sich verblüffen auch die Farb- und Lichteffekte.
Die Fotoausstellungen von Inge Morath und Rosa Muñoz im Centro Andaluz de la Fotografía ( C/ Pintor Díaz Molina 9) dauern jeweils bis zum 15. Mai an. Das Zentrum ist täglich von 11 bis 14 Uhr und von 17.30 bis 21.30 Uhr geöffnet. |
Das Fest der Landarbeiter
Der Schutzheilige San Isidro wird überwiegend in ländlichen Gegenden gefeiert

Bei einer Romería werden die Kutschen besonders herausgeputzt.
Foto: CSN
|
Irmi Stauffer
Der 15. Mai ist der Namenstag von San Isidro Labrador, dem Schutzheiligen der Landarbeiter. Verschiedene Gemeinden nutzen den Anlass zur Veranstaltung mehrtägiger Feste und Romerías.
Estación de Cartáma
Der Ort feiert vom 14. bis 18. Mai die Feria San Isidro. Unter den zahlreichen Veranstaltungen des Festes stehen Vorführungen bekannter Gruppen, die typische andalusische Tänze aufführen, auf dem Programm. Der Höhepunkt der Feria ist die sonntägliche Romería am 18. Mai , die mit einer Messe um 10 Uhr eingeleitet wird. Tagsüber ziehen Einheimische zu Pferd oder in schön geschmückten Kutschen durch den Ort zum Fluss Guadalhorce. Dort werden die Besucher mit zahlreichen kulinarischen und musikalischen Darbietungen verwöhnt.
Estepona
In der Gemeinde wird ebenfalls vom 14. bis zum 18. Mai ein Volksfest zu Ehren von San Isidro gefeiert. An allen Tagen wird mittags auf dem Festgelände die Tagesferia veranstaltet, die musikalische Unterhaltung, kulinarische Köstlichkeiten sowie sportliche Wettbewerbe bietet. Abends ab 22 Uhr gibt es im Festzelt jede Menge Musik, wo man zu den Klängen der spanischen Lieder tanzt. Am 15. Mai ist um 10 Uhr in der Kirche San José eine Messe, in deren Anschluss Verdiales- und Tanzgruppen auftreten. Um 18 Uhr findet die Prozession des Schutzheiligen statt, die durch die Straßen der Innenstadt führt und in der Kirche San José endet. Die Statue San Isidro Labrador wird begleitet von pompös geschmückten Karossen, andalusischen Reitern mit ihren aufgeputzten Pferden und traditioneller Musik.
Periana
Hier wird der Ursprung des Festes besonders deutlich. Bei der Prozession des San Isidro wird die Heiligenfigur mit Weizen überschüttet. Dem Volksglauben nach muss man dem Schutzheiligen sein Körpergewicht in Weizen schenken, um für die Erfüllung eines Wunsches oder das Wohlbefinden seiner Familie zu danken. Der Startschuss zum fünftägigen Fest wird am 14. Mai um 21.30 Uhr stattfinden, mit einem anschließenden Feuerwerk. Täglich stehen kulinarische und musikalische Darbietungen auf dem Programm. Der absolute Höhepunkt der Feria ist am 15. Mai, ab 11 Uhr, wenn zu Ehren des Heiligen eine Messe und um 16.30 Uhr die traditionelle Prozession abgehalten wird.
San Isidro wird ebenfalls gefeiert in den Gemeinden Alfarnate (15. Mai), Alfarnatejo (15. Mai), Benamocarra (16. bis 18. Mai) und Vélez-Málaga El Trapiche (23. und 25. Mai).
|